Death Metal vs. Referendariat

Als wenn es nicht schon genug ist, dass Ego-Shooter zu sogenannten „Killerspielen“ verrufen sind, wird jetzt sogar Leuten der Beruf verweigert, weil sie wohl die falsche Musik hören bzw. machen.

Ich rede hierbei von Thomas Gurrath, Sänger der Death-Metal-Band Debauchery. Dessen Wunsch war es, Lehrer zu werden. Er hat sein Staatsexamen gemeistert und war nun dabei mit seinem anschließenden Referendariat zu beginnen. Allerdings hatten einige Leute an seiner Schule wohl etwas gegen seine Musik.

So meinte die Rektorin, dass jemand, der ach so brutale und teilweise auch pornographische Songs und dazugehörige Videos produziert, für den Beruf des Lehrers nicht geeignet sei. Nach einigen mehr oder weniger netten gewechselten Worten wurde Thomas Gurrath dann das Referendariat entzogen. Wenn er noch Lehrer werden will, so heißt es, solle er sich mindestens 3 Jahre glaubwürdig von dieser Art Musik distanzieren.

…So weit die sachliche, berichterstattende Ebene…

Haben die nen Knall?! Was ist daran so schlimm, Death Metal zu machen? Ich meine, das ist genau so ein Schauspiel, wie es Arnold Schwarzenegger und Co tagtäglich in Hollywood betreiben. Nichts davon ist echt. Sicher mag auch hier wieder die Ausnahme die Regel bestätigen, aber lest euch den vollständigen Bericht durch! Thomas Gurrath ist als Privatperson alles andere als brutal oder pervers…

Da zeigt unser medienkontrollierter Staat der Angst mal wieder volle Wirkung! Was man nicht kennt, ist grundsätzlich böse und muss verboten werden. Viel zu selten wird über moderne Medien oder sogenannte Untergrundmusik positiv berichtet. Schließlich brauchen die Menschen in Deutschland ja einen gemeinsamen Feind, den es zu bekämpfen gilt. Und wenn Terrorismus mal gerade out ist, müssen halt Musik und Computerspiele herhalten, denn da kennen sich die meisten nur sehr wenig oder gar nicht aus. Quasi der perfekte Sündenbock.

Ich bin ja mal gespannt, wie das weitergeht. Vielleicht werde ich ja auch noch meines Studiums verwiesen, weil ich die falsche Musik höre… denkbar wäre es mitterweile fast.

Hier gehts zum vollständigen Artikel:
Death-Metal-Sänger darf nicht mehr unterrichten (Berliner Morgenpost)

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~ von black.templar - 4. Mai 2010.

7 Antworten to “Death Metal vs. Referendariat”

  1. eklig! dabei ist die musi echt nett!!!

    und zum rest fehlen mir einfach die worte… ich werd jetzt mal lieber Orcs schnetzeln… bevor ich das vielleicht auch nicht mehr darf!

  2. Hallo Black Templar,

    wir haben das Thema auch aufgegriffen und noch ein bisschen weiter recherchiert:

    Guckst Du: http://rockt.tv/news/rauswurf-wegen-death-metal/

    Liebe Grüße aus FFM!

  3. Gut geschrieben!
    Der Vergleich mit den Geschehnissen im kirchlichen Sektor ging mir auch gleich durch den Kopf.
    Oder was ist mit Arnold Schwarzenegger? Er hat früher in brutalen Filmen mitgewirkt und ist jetzt sogar Gouverneur! In Deutschland wäre sowas wohl nie denkbar…

    Um zurück zum eigentlich Thema zu kommen:
    Gerade Gurrath wäre in diesem Fall wohl als Lehrer prädistiniert, da er den Kindern sehr gut aufzeigen kann, was der Unterschied zwischen Inszenierung in Medien und der Wirklichkeit ist.
    Aber soweit darf man es in Deutschland ja nicht kommen lassen, da sonst die Leute noch anfangen, das Ding zwischen ihren Ohren ernsthaft und sinnvoll zu gebrauchen. Und das will ja keiner (von den Politikern).

  4. Mittlerweile gibts auch ein Interview mit Herrn Gurrath auf Metalnews.de:
    http://www.metalnews.de/?metalid=04&action=show&intid=822

  5. Unser Senf zu dem Thema: http://www.paramantus.net/?p=3567

    Schönen Gruß!

  6. […] woanders erregt dieser Fall die Gemüter und sorgt für interessante Beiträge: Lesen Sie […]

  7. […] Artikel hier Alltagschaos Debauchery, Thomas […]

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